VW (VeneKlasen/Werner) freut sich „Self-Consciousness“ anzukündigen, eine von Peter Doig und dem New Yorker Schriftsteller Hilton Als kuratierte Gruppenausstellung.
„Self-Consciousness“ setzt sich mit der Geschichte und Evolution des Portraits auseinander. Durch die Gegenüberstellung moderner und zeitgenössischer Künstler, sowohl etablierter, unbekannter, als auch „Außenseiter“, ermöglichen Doig und Als einen generationsübergreifenden Dialog zwischen Künstler und Betrachter, der das Wesen der Porträtmalerei untersucht und gewisse wahrgenommene Hierarchien in der Malerei hinterfragt. Durch die Beschränkung von „Self-Consciousness“auf Malerei, wollen Doig und Als den Blick auch darauf richten, wie es einem entschieden „altmodischen“ Medium gelingt, in einer postmodernen Welt zu überleben.
Schlüsselfigur der Ausstellung ist der in Trinidad geborene Porträtmaler und Autodidakt Boscoe Holder (1921-2007). Holder, der bereits im Alter von 5 Jahren mit dem Malen begann, war auch Choreograph und Tänzer, der an der University of the West Indies lehrte. In seiner Arbeit als Maler, hat Holder nicht nur die Lebendigkeit seiner westindischen Kultur eingefangen, sondern auch ihre häufig vorkommende soziale und politische Isolation. Sind die relativ unbekannten Bilder Holders ebenso „bedeutend“, oder aufschlussreich, wie die der etablierten Meister, wie den subjektiven Sozialrealisten Alice Neel und Marden Hasley? Und in welchem Maße tragen wir, als Betrachter, zur Bedeutung und demnach auch Bedeutsamkeit eines Gemäldes bei?
„Self-Consciousness“ wirft nicht nur Fragen auf, sondern liefert auch Vorschläge und ist gleichermaßen ein Spiegel, der reflektiert, wie wir unser Selbst im Kunstkontext sehen beziehungsweise nicht sehen. Was bedeutet es für das Modell, nicht nur seine Physiognomie zu offenbaren – ein Aspekt seines Daseins –, sondern auch für den Künstler, es zu interpretieren? Anders gefragt, was bedeutet es, wenn wir, allesamt potenzielle Modelle, uns dazu „entschließen“, eins unserer zahlreichen Ichs der Welt zu präsentieren? Und wie viel von diesem Ich spiegelt das Porträt - eine Reihe subjektiver Pinselstriche- vom Künstler wider, geschweige denn das Modell selbst?
„Self-Consciousness“ ist Doigs und Als zweite Zusammenarbeit. Ihre erste bestand aus einer Reihe von Vorträgen und Gesprächen zum Thema Film, die Teil des Trinidad Film Festivals im Jahre 2009 war. Zuvor arbeitete Hilton Als zusammen mit den Künstlern Justin Bond and Darryl Turner an Installationen für La Mama Annex, bzw. Feature Inc. und Simon Watson in New York. Als Journalist beim New Yorker Magazine erscheinen seine Beiträge ebenfalls im New York Review of Books. Peter Doig lebt und arbeitet in Trinidad. Seine Arbeiten waren in Ausstellungen innerhalb Europas und den USA zu sehen. 2008-2009 fanden umfassende Werkschauen in der Tate Modern, im Musee d’art de la Ville de Paris und der Schirn Kunsthalle Frankfurt statt.