VENEKLASEN/WERNER freut sich, mit der Eröffnung von „Discrepancies“ die erste Einzelausstellung von William E. Jones in Europa anzukündigen.
Der in Los Angeles lebende Künstler ist bereits als Filmemacher bekannt. In den letzten Jahren wendete er sich zudem verstärkt den Medien Video, Druck und Fotografie zu. Diese Ausstellung zeigt erstmalig die komplette Vorführung von Discrepancy, 2008-09, seinem bisher umfangreichstem Werk.
Sechs Videos aus der noch nicht abgeschlossenen Serie Discrepancy werden von Jones als Herzstück der Ausstellung präsentiert. Die Videos sind exakt aufeinander abgestimmt und akustisch mit Isidore Isous radikalem Manifest vom abweichenden Kino unterlegt. Aus dem Jahr 1951 stammend, verurteilt es den aktuellen Stand des kommerziellen Kinos als „Filme, die man so dumm verlässt, wie man sie vorgefunden hat.“ Das ausgewählte Bildmaterial - ein Großteil stammt aus Aufnahmen der U.S. Armee aus den Zeiten des Kalten Krieges - bezieht sich auf den Aufruf des Manifests, dass das Kino um erneuert zu werden, erst zerstört werden müsse.
In der Ausstellung werden viele neue Arbeiten gezeigt, unter anderem die Videoprojektion Coup d'état, 2009. Die Bilder stammen aus einem gewöhnlichen Lehrfilm, der durch eine einzige ungewöhnliche Sequenz Jones Interesse auf sich gezogen hat. Der Regisseur versuchte hier die Europäischen Revolutionen von 1848 mit einer wechselnden Kamerabewegung zwischen einer königlichen Statue und einem Kronleuchter darzustellen. Jones lässt diesen kurzen Moment zerbersten und verwandelt ihn in eine farbige Stroboskop-Sequenz.
Ebenfalls gezeigt wird eine Serie von Drucken mit dem Titel Stéphane Mallarmé's «Un coup de dés jamais le hasard n'abolira», Automatic Illustrated, 2009 sowie Public Address, 2009, eine Arbeit bestehend aus einer Vielzahl von historischen Aufnahmen von Personen vor Mikrofonen. Jones präsentiert mit der Installation von Youngstown/Steel Town, 2008 und mit der Videoarbeit A True Cross Section, 2008 zwei weitere Werke seines Oeuvres.
Die Arbeiten von William E. Jones, geb. 1962 in Canton, OH/USA wurden in zahlreichen Museen gezeigt. Dazu zählen das MoMA New York, die Tate Modern, London, das Louvre, Paris, die Kunsthalle Wien und das Whitney Museum of Modern Art. Seine Filme waren zudem auf dem Internationalen Film Festival in Wien, dem Sundance Film Festival und der Cinémathèque Française zu sehen. Der Künstler lebt und arbeitet in Los Angeles, USA.
Discrepancies eröffnet am Freitag, den 15. Januar 2010. William E. Jones wird am Tag der Eröffnung um 18:00 Uhr einen Vortrag über seine Arbeiten halten. Während der Ausstellung wird es spezielle Vorführungen seiner Spielfilme geben. Weitere Informationen finden Sie auf www.vwberlin.com.
Am 13. Februar wird Stuart Comer, Kurator für Film und Video an der Tate Modern, einen Vortrag über die Arbeit von Jones in der Galerie halten.